Deutsch Drahthaar vom Marienweg
marienweg.at                                                                               Bienenprodukte von der Badstraße

Ein Welpe kommt ins Haus

Es existieren bereits viele Fachbücher die sich mit diesem Thema ‚Welpenaufzucht‘ auseinandersetzen. Jene Welpenkäufer, die sich bisher noch nicht so sehr damit beschäftigen konnten, sollen durch die folgenden Ausführungen bei ihren ersten Schritten mit dem Junghund unterstützt werden.

Eigenschaften des Deutsch Drahthaar

Als ein sehr bewegungsfreudiger Hund braucht er viel und intensiven Auslauf. Sein Besitzer muss genügend Zeit aufbringen, um ihn kontinuierlich zu beschäftigen und geistig zu fordern. Ideal sind auch sportbegeisterte Familien, wo der Hund auch beim Sport eingebunden werden kann.

Der Deutsch Drahthaar bringt auch Kindern gegenüber viel Geduld auf. Für den Deutsch Drahthaar ist der Familienanschluss äußerst wichtig. Seinen Besitzern gegenüber ist er treu und anhänglich. Der Deutsch Drahthaar ist sehr gelehrig und erweist sich als ein zuverlässiger Jagdhund, besitzt aber auch eine gute Eignung als Wachhund. Aufgrund seines manchmal aufkommenden Eigensinns braucht der Deutsch Drahthaar eine konsequente Führung. Er verträgt sich mit anderen Hunden und ist in einem großen Garten glücklicher als in der Wohnung.

Jugendentwicklung

 

Für die geistige Entwicklung des jungen Hundes sind die Umwelteinflüsse im ersten Lebensjahr von entscheidender Bedeutung. Die Schaffung und Festigung der Selbstsicherheit, des Kontaktes zum Herrn und die Fähigkeit sich auf verschiedene Situationen einzustellen, ist in höherem Alter nur schwer in gleicher Weise zu erreichen.

Der künftig erwachsene Hund ist nicht nur Produkt seiner erblichen Anlagen, er ist auch Produkt seiner Jugendentwicklung. Tabel behauptet in seinem Buch ,Der Jagdgebrauchshund‘ folgendes zu diesem Thema: ,Ein schlecht veranlagter Hund mit einer guten Jugendentwicklung wird ein besserer Hund sein als einer, der zwar über bessere Erbanlagen verfügt, aber eine unzureichende Jugendzeit verlebte.‘

Im Welpen und frühen Junghundealter haben die äußeren Bedingungen eine entscheidende Bedeutung auf das Wesen des einmal erwachsenen Jagdhundes. In der Phase bis zum Alter von 8 Wochen trägt der Hundezüchter diese Verantwortung. Hier lernt der Welpe frühzeitig den Menschen als Sozialpartner kennen und wird mit vielfältigen Umwelteinflüssen vertraut gemacht. Die räumlichen Freiheitsgrenzen werden dem Bewegungsradius der Welpen schrittweise angepasst und für das Spielen werden abwechselnd verschiedene Örtlichkeiten aufgesucht. Am Ende der 7. und 8. Woche stehen tägliche Reviergänge mit der Mutterhündin und dem Wurf am Programm, wo die Welpen (je nach Jahreszeit) Feld, Wiese, Wald und Wasser kennen lernen.

Wie Sie auf der Homepage anhand der Bilder bzw. meiner jagdlichen Tätigkeit erkennen können, steht einer positiven Jugendentwicklung bis zur 8. Woche bei uns nichts entgegen – es können sämtliche Anforderungen, die die Welpen in diesem Alter benötigen, erfüllt werden.

Haltung

Optimale Berufsbilder für den Erwerb eines Welpen wären Berufsjäger,  Förster oder Pensionisten. Diese Personen haben die Möglichkeit, den Hund in ihren Alltag einzubinden. Da dies aber für die wenigsten Welpenkäufer zutrifft, denke ich, dass ein gesunder Mix aus Zwinger- und Stubenhaltung optimal ist. Ich habe alle meine Hunde bisher so gehalten und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

Wer so viel Platz hat, dass er sich einen Zwinger bauen kann, sollte das tun. Die Haltung in Licht, Luft und Sonne ist einem Deutsch-Drahthaar sicher bekömmlicher als das dauernde Herumliegen im Zimmer oder in der Küche. Bleibt der Hund auch im Winter draußen, bedarf es einer gut isolierten Hütte, in der es nicht zieht.

Wer jedoch den Hund aus dem Zwinger nur herausholt wenn er ihn braucht, tut dem Hund und sich selbst keinen guten Dienst.

Um das Höchstmögliche an Leistung beim Hund zu erreichen, muss ein entsprechender Konnex zwischen Herr und Hund hergestellt werden. Im Haus oder in der Wohnung ist dem Hund ein bestimmter Platz zuzuweisen, damit er weiß, wo er hin gehört.

Hier ist der Hund immer in unserer Nähe und unter Kontrolle. Aufkommende Untugenden können hier sofort abgestellt werden.






 

Xena mit 3 Monaten in der noch etwas großen Hütte

Xena mit 8 Monaten im Zwinger: hier war sie vor den Baumaschinen im Garten (Schwimmteichbau) sicher.

 

Ausbildung des Welpen (ab Woche 8)    

Dem Hunde, wenn er gut erzogen, ist selbst ein weiser Mann gewogen. (Goethe)

Wer es sich zeitlich einigermaßen leisten kann, sollte sich einen Welpen anschaffen und ihn auch selbst ausbilden und führen.

Am besten und billigsten verdirbt man seinen Hund selbst. Man lernt wenigstens, auch bei mäßiger Begabung, immer etwas dazu. (Frieß)

Die Ausbildungsziele der Welpen können zu Beginn grob in vier Bereiche eingeteilt werden:

1) Sozialverhalten gegenüber Artgenossen und Menschen

Spielerische Auseinandersetzung mit anderen Hunden und Menschen sollen zur Wesensstabilität des Hundes beitragen – hierbei sind sogenannte Welpenspieltage sehr zu empfehlen.


2) Unter- und Einordnung in die Rudelgemeinschaft

Der Welpe findet seinen Platz in der Hierarchie seines kleinen Rudels (Familie). Er lernt, die Führungsrolle seines Herrn zu respektieren und sich dieser unterzuordnen – hier zwei Beispiele:

 

Gewöhnung an Halsung und Leine

Das erstmalige Anlegen der Halsung kommt dem Junghund ungewohnt vor, er wird sich schütteln und kratzen, gewöhnt sich aber rasch daran. An die Leine gewöhnt sich der Hund nicht so schnell, doch Zureden und kleine Leckerlies helfen auch hier. Weiß der Hund erst, dass der Griff zur Leine den Weg ins Freie bedeutet, wird er sich zum Anleinen bald willig hinsetzen.

Herankommen auf Ruf

Wir sollten bestrebt sein, den Junghund rechtzeitig in sein späteres Arbeitsgebiet einzuführen und ihn damit vertraut zu machen. Bei den Reviergängen sollte man sich nur dem Hund widmen, sich mit ihm beschäftigen, ihn beobachten und anleiten.


Es ist überhaupt nicht wichtig, wie lange Sie mit dem Hund draußen sind, sondern wie! (Wittlin)

Mit dem Futter bzw. der Fresslust des jungen Hundes haben wir die Möglichkeit ihm relativ einfach das Herankommen (eine erste Gehorsamsübung) beizubringen. Das ständige Wiederholen des Rufens und Fütterns schleift sich schnell in das Gedächtnis des Hundes ein, sodass er auf alle Fälle zu den festgelegten Futterzeiten auf unser Rufen erscheint.

  

3) Entspanntes Verhalten in der Zivilisation

Hierzu zählen zum Beispiel das Fahren im Auto, ein Besuch am Kinderspielplatz, ein Spaziergang in der Stadt oder eine Familienfeier.

4) Wecken und Fördern jagdlicher Anlagen

Hier werden die jagdlichen Anlagen des Welpen auf seinem Werdegang zum qualifizierten Jagdgebrauchshund gefördert – hier einige Beispiele:

Tägliche Reviergänge           

Häufige Ortswechsel und die damit verbundenen Geruchswechsel sind sehr förderlich. Mit Geschick und Einfühlungsvermögen werden die Hürden dem Entwicklungsstand des Welpen angepasst.

Die Futterschleppe

Der Welpe erreicht sehr schnell eine Sicherheit beim Gebrauch seiner Nase und lernt zugleich die Arbeit an der langen Leine kennen.

Die Führerfährte

Diese Fährte begreift der Welpe rasch als Orientierungshilfe zum Wiederfinden des ,verlorenen‘ Rudelführers. Die Bindung zwischen Herrn und Hund wird dadurch gestärkt.

Arbeiten mit der Reizangel
Hier wird mit einem einfachen Hilfsmittel ein Beutestück bewegt, das vom Welpen (aber auch später vom älteren Hund) gleich lustvoll verfolgt wird. Hier kann der Hetztrieb ausgelebt, aber auch das Vorstehen geübt werden.

Fördern der Bringlust

Werfen wir einen leichten Apportiergegenstand weg, so wird der Hund (als Laufraubtier) darauf reagieren und hinterher rennen. Haben wir das Herankommen schon durch einen Belohnungsbrocken belohnt, so wird er auch hier rasch nach Zuruf zu uns kommen. Das Ausnutzen der Spielfreude zur Bringlust ist ein Weg, sich einen bring freudigen Deutsch-Drahthaar zu erziehen.


Mit den hier angeführten Ausbildungsbereichen und Beispielen hat man ein sehr gutes Betätigungsfeld für den erworbenen Welpen in den ersten Monaten. Mit einem entsprechenden Einfühlungsvermögen und genügend gemeinsam verbrachter Zeit, kann man schon in den ersten Lebensmonaten einiges beim Junghund bewirken und ihn hervorragend für die spätere jagdliche Ausbildung vorbereiten.